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Berglinsen

Auch wenn Linsen heute gegenüber anderen Hülsenfrüchten hierzulande ein Schattendasein führen, begleiten sie den Menschen bereits seit mehreren tausend Jahren. Ägyptische Pharaonen erhoben die Linse gar zum Grundnahrungsmittel für die wachsende Bevölkerung. Für eine solche Karriere müssen gute Gründe existieren – etwa die Inhaltsstoffe, die mit einem einzigartigen Nährstoffprofil punkten.

Berglinsen roh
Berglinsen roh

Berglinsen sind physiologisch also äußerst wertvoll und wegen ihres hohen Eiweißgehaltes von 25 Prozent besonders bei Veganern und Vegetariern beliebt. Dazu machen ein großer Anteil an Ballaststoffen, sowie die generell bessere Verdaulichkeit gegenüber anderen Hülsenfrüchten, Linsen für die tägliche Küche hochinteressant. Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und Folsäure sind neben den Vitaminen B1, B2, B6, E und C nur einige ihrer umfangreichen Mineralstoffe. Außer den Proteinen enthalten die Nährwerte 50 Prozent Kohlenhydrate und weniger als 2 Prozent Fett.

Berglinsen fügen sich mit ihrem feinen aber aromatischen Geschmack in jedes deftige Rezept gut ein; die Zubereitung ist einfach: die gewünschte Linsenmenge mit der doppelten Menge Wasser über Nacht einweichen, am Folgetag gut abspülen und etwa 15-20 Minuten gar kochen. Der Vorteil dieser Linse, gegenüber anderen Sorten, ist die relative Festigkeit, die sie nach dem Kochen noch ansehnlich aussehen lässt. Es gibt mehr Gerichte als Suppe, denn man kann die kleine Hülsenfrucht sehr einfallsreich weiterverwenden; etwa zusammen mit grobem Hafermehl, frischen Kräutern und Ei, lassen sich wohlschmeckende Linsenbratlinge herstellen. Dafür sollten die typischen kleinen braunen Berglinsen vorher allerdings grob püriert werden.

Ihren Namen verdankt diese Linsenart apropos tatsächlich ihrer Herkunft: die meisten im Handel angebotenen Biolinsen stammen heute aus höheren Regionen Österreichs und werden manchmal auch als Alpenlinsen bezeichnet.

Neben grünen Smoothies sind Berglinsen übrigens auch ein wahres Superfood, nämlich dann, wenn man Keimlinge aus ihnen heranzieht. In dieser Form potenzieren die Ausgangssamen ihre sowieso schon hervorragende Zusammensetzung um ein Vielfaches. Als Salatzugabe oder auf ein Butterbrot gestreut sind Linsenkeimlinge unbedenklich und gesund, in größeren Mengen sollten sie dennoch nicht verzehrt werden, da die in Linsen enthaltenen sogenannten Lektine – eine komplexe Proteinvariante – nur teilweise beim Keimvorgang inaktiviert werden und bei übermäßigem Verzehr zu Übelkeit und Verdauungsbeschwerden führen können. Nach dem Kochen braucht man übrigens keine Bedenken mehr zu haben, denn dadurch werden sämtliche Lektine unschädlich gemacht.

Mit etwa 340 Kalorien pro 100 g bewegen sich Linsen zwar im ungefähren Bereich von Reis oder Nudeln, haben allerdings sehr viel mehr zu bieten. Es wird also höchste Zeit, dieses günstige und wertvolle Nahrungsmittel aus dem Hintergrund in die erste Reihe des Vorratsschranks zu stellen.

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